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Newsletter Januar Februar 2011
Verlegung von Keramikfliesen und Natursteinen auf beheizte Fußböden


In dieser Nummer von Litokol News möchten wir die Methoden für eine fachgerechte Verlegung von Keramikfliesen und Natursteinen auf beheizte Fußböden vertiefen. Heutzutage bietet Bodenheizung viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Heizungsarten mit Wärmeübertragung mittel Radiatoren (natürliche Übertragung) und Gebläseübertragung (Zwangsübertragung), wie beispielsweise:

  •   Wohnkomfort und körperliches Wohlbefinden: die Räume werden gleichmäßig erwärmt und verhindern somit eine Schichtung der Temperatur
  •   Energieersparnis: die große Wärmeoberfläche erlaubt eine Senkung der Wärmeleistung der Anlage.
  •   Hygiene und Luftqualität: es bilden sich keine Wärmewirbel in der Luft und somit wird die Bewegung von Staub in den Räumen verhindert
  •   Ästhetik: es steht größeres Raumvolumen für Einrichtungen zur Verfügung, da sperrige und sichtbare Heizelemente verschwinden.

Dank dieser Vorteile haben sich die Bodenheizsysteme in der Planung moderner privater Wohneinheiten und auch in der Planung öffentlicher Bauten immer mehr durchgesetzt. Dieser Artikel möchte nicht die technischen Aspekte bei der Planung und beim Bau der Anlagen vergleichen. Die gebührt ausschließlich den Bauherrn und Planern dieser Systeme anhand der Richtlinie UNI EN 1264. Wir möchten Ihnen vielmehr eine Reihe von Hinweisen zur Verlegung der Grundfläche, auf den der Keramik- oder Natursteinbodenbelag aufgeklebt wird, und auch eine zur Wahl des am besten geeigneten Klebers und zur korrekten Verlegung geben..

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Von Bodenheizsystemen gibt es zwei Arten: Elektro- oder Warmwasserversorgung. Die elektrischen Wärmeanlagen sehen keinen Einsatz eines Estrichs zur Raumerwärmung vor. Die Installation dieses Anlagentyps ist einfach und schnell. Im Fall von aufgeklebten Böden (Fliesen oder Natursteine) werden die Wärmematten in eine dünne Schicht selbstausgleichenden Mörtels eingelassen. Die geringe Dicke machen ihn sowohl für Neubauten auch Altbaurenovierungen geeignet, da er direkt auf den bestehenden Boden aufgetragen werden kann. Da er nicht in den Estrich versenkt wird,  
a und wegen seiner geringen Wärmeträgheit und wirkungsvollen Wärmeverteilung, ermöglicht dieses System dem Fußboden, schnell die gewünschte Temperatur zu erreichen.

Bei Bodenheizsysteme über Warmwasserverteilung ist der herzustellende Aufbau komplizierter, da im Allgemeinen die Durchgangsrohre für das Wasser von der Estrichschicht überdeckt sind, die als Trägerebene für die Verlegung der Keramik- oder Natursteinverkleidung fungiert.
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Sehen wir uns im Einzelnen die verschiedenen Arbeitsphasen bei der Verlegung dieses Typs an .



Umlaufstreifen

Wie bereits vorher angegeben, müssen die verschiedenen Komponenten nach der zuständigen Richtlinie UNI EN 1264 installiert werden. Bevor mit der Verlegung der Heizanlage begonnen wird (wärmeakustische Isolierschicht und Rohrleitungsschleifen),  muss entlang der Umfassungsmauern des Raumes und anderen Bauten, die aus dem Boden hervorragen, wie Säulen, Treppen usw., eine Isolierschicht aus geschäumtem, geschlossenzelligem Polyethylen in einer Dicke von 5-8mm angebracht werden, die die Wärmeausbreitung des Estrichs aufnimmt und die Wärmebrücken an der Ecke Mauer/Wand abschwächt. Der Isolierstreifen wird auf der rohen Wandoberfläche angebracht und muss die gesamte Bodenhöhe abdecken. Der Streifen wird nach der Fußbodenverlegung auf Höhe der Fußbodenleiste abgeschnitten

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Feuchtigkeitsbarriere
Im Fall eines Boden der in direktem Kontakt mit dem Erdreich steht oder in Räumen mit sehr hoher Feuchtigkeit muss eine Barriere aus PVC-Folien oder Ähnlichem gegen die aufsteigende Feuchtigkeit verlegt werden, bevor die Isolierplatten aufgetragen werden. Die Folien sollten sich um etwa 25cm überlappen

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Schutzschicht
Wenn die Isolierschicht mit den Rohrschleifen verlegt sind, muss eine Schutzschicht aus Polyethylen mit einer Dicke von mindestens 0,15mm (sofern sie nicht bereits in der Isolierschicht enthalten ist) übergezogen werden. Die Bahnen sollten sich um 8cm überlappen und an dem Isolierstreifen hochlaufen. Falls die Verlegung eines selbstausgleichenden Estrichs als Träger vorgesehen ist, muss die Schutzschicht undurchlässig sein, um Infiltrationen des selbstausgleichenden Materials in die darunter liegenden Schichten zu vermeiden, da dies die Isoliereigenschaften beeinträchtigen würde.

 

Dichtungstest
Bevor die Trägerschicht gebaut wird, muss ein Dichtungstest der Anlage durchgeführt werden, um sicher zu stellen, dass keine Lecks im Heizkreislauf vorhanden sind. Normalerweise muss der Wasserdruck bei der Dichtungsprobe mindestens 6bar betragen (das Doppelte des Betriebsdrucks) und muss bei diesem Druck auch während des Baus der Trägerschicht gehalten werden


Verstärkungsnetz
Wenn die Heizungsanlage mit der Schutzschicht versehen ist, muss eine Stütznetz aus verzinktem Stahl mit Maschenweite von 50X50mm und Durchmesser von 2mm verlegt werden, damit eine gleichmäßige Verteilung der Spannungen zu ermöglichen, die durch die Wärmeausdehnung des Estrichs verursacht werden. Hierdurch wird der Estrich im Laufe der Zeit fester und widerstandsfähiger. Die Netzmatten werden so gesetzt, dass die letzte Masche überlappt und festgebunden wird.

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Der Estrich

Der Estrich bildet die Trägerschicht, auf den der Keramik- oder Natursteinmantel verlegt wird. Auf dem Markt findet man verschiedene Produkte, die hierfür geeignet sind und die folgendermaßen unterschieden werden:

  • Natur: Produkte auf Zement- oder Calciumsulfatbasis
  • Anwendung: Produkte in Feuchterde, die mit einer Metalleiste zu verdichten sind oder selbstausgleichende Produkte.
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Ferner findet man vorgemischte Produkte mit Zuschlagsstoffen, die lediglich mit Wasser gemischt werden müssen, und andere Produkte, die direkt auf der Baustelle Sand passender Körnung nach angaben des Herstellers dosiert werden.

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Für diese Art der Verarbeitung empfiehlt Litokol das speziale Hydraulikbindemittel mit normaler Abbindung und schneller Trocknung LITOCEM. Das Produkt muss mit Feinkies mit einer Körnung zwischen 0-8 mm und Wasser in folgendem Verhältnis gemischt werden:

  • Litocem: 25 kg 
  • Feinkies 0-8 mm: 200 kg
  • Wasser: 0-13 Liter (in Abhängigkeit der Zuschlagsstoffe)

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Das so geknetete Produkt erhält nach 28 Tagen eine Druckfestigkeit von 30 N/mm2. Die herzustellende Estrichdicke hängt hauptsächlich von der Zweckbestimmung des Raumes ab. In Wohngebäuden muss die Mindestdicke eines Estrichs aus LITOCEM 30mm über den Rohrschleifen betragen. Für Geschäfts- oder öffentliche Räume, die wechselnde schwere Lasten aushalten müssen, muss die Dicke größer ausfallen.
Mit der Anwendung des Bindemittels LITOCEM erhält man nach etwas 12 Stunden einen trittfesten Estrich, es werden jedoch weitere 7 Tage Austrocknung benötigt, bis man mit dem Heizen beginnen kann. Für den fachgerechten Gebrauch des Produktes verweisen wir auf die anweisungen im entsprechenden technischen Datenblatt. Sicherheitshalber sei darauf hingewiesen, dass zum Schutz der verlegten Rohrschleifen vor Beschädigungen, es ratsam ist, sie während der Auftragung der Masse mit Kartons oder Ähnlichem zu schützen. Im Fall, dass Sie vorgemischte oder selbstausgleichende Produkte auf Zement- oder Calciumsulfatbasis verwenden, halten Sie sich an die Anweisungen des Herstellers

 
Stoßaufteilung
Die Aufteilung der Stöße, die in den Positionen und in der Ausführungsart des Projektes durchzuführen sind, ermöglichen eine Bewegung des Estrichs nach dem Zusammenziehen während der Trocknungsphase und nach der Ausdehnung in Folge von Temperaturschwankungen. Sie sind immer angebracht, wenn die zur wärmende Oberfläche über 40m2 beträgt, oder wenn sie eine Seite von über 8 Metern besitzt. Der Zuschnitt muss den gesamten Querschnitt der Trägerlage inbegriffen des Stütznetzes umfassen.


Trennmembran G-mat

Durch Anwendung der Trennmembran G-mat direkt auf die Oberfläche des Estrichs wird ein Trennschicht zwischen Trägerlage und Keramikbelag gebildet, die in der Lage ist, die Verformungsspannungen aus den unterschiedlichen Wärmekoeffizienten der Materialien auszugleichen, was eine Estrichfuge überflüssig macht. In diesem Fall betrifft die Dehnungsfuge nur die Dicke der Fliese oder Natursteinplatte. Ferner kann sich in Abhängigkeit der besonderen Struktur von G-mat, die im unteren Teil durch eine Verbindung von Rillen gekennzeichnet ist, die Wärme gleichmäßiger ausdehnen und sich schneller Temperaturschwankungen anpassen.

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Heizbeginn

Dieser Vorgang kann nach 21 Tagen Trocknung beginnen, wenn eine herkömmliche Zementmasse verwendet wird. Wenn der traditionelle Portland-Zement durch LITOCEM ersetzt wird, kann die Zeitspanne auf 7 Tage verkürzt werden. Der Heizbeginn startet mit einer Temperatur von 20-25°C, die für mindestens 3 Tage beibehalten werden muss. Danach muss die geplante Höchsttemperatur eingestellt werden, die wiederum für 4 Tage beibehalten wird. Dieser Vorgang wird benötigt, damit die Trägerlage alle Ausdehnungsbewegungen der Heizung ausführen kann, bevor der Keramik- oder Natursteinbelag verlegt wird.

 

Verlegung der Keramik- oder Natursteinbeläge

Wenn die Erstheizphase des Estrichs beendet ist, muss die Anlage ausgeschaltet werden, und wenn die Temperatur des Estrichs wieder Raumtemperatur eingenommen hat, kann mit der Verlegung des Keramik- oder Natursteinbelags begonnen werden.

In den unten wiedergegebenen Tabellen sind die geeigneten Kleber für Litokol in Abhängigkeit der Art des Belagmaterials und seiner Form angeführt.

 

KERAMIKFLIESEN

FORMAT

ZEMENTKLEBER MIT NORMALER ABBINDUNG

ZEMENTKLEBER MIT SCHNELLABBINDUNG

BEZEICHNUNG

KLASSE

BEZEICHNUNG

KLASSE

Bis 45X45

Litoflex K80

C2E

Litostone K99

Litofast K86

Litoflott K88

C2FE

C2FTE

C2FE

Alle Formate

Superflex K77

C2TE S1

Litostone K99

Litofast K86

Litoflott K88

+ 30% Latexkol

verdünnt 1:1 mit Wasser

C2FE S1

C2FTE S1

C2FE S1


 

VERSTÄRKTE DÜNNKERAMIKFLIESEN

FORMAT

ZEMENTKLEBER MIT NORMALER ABBINDUNG

ZEMENTKLEBER MIT SCHNELLABBINDUNG

BEZEICHNUNG

KLASSE

BEZEICHNUNG

KLASSE

Alle Formate

Cementkol K21

+ 30% Latexkol

C2 S2

Litostone K99

Litofast K86

Litoflott K88

+ 30% Latexkol

C2FE S2

C2FTE S2

C2FE S2


NATURSTEIN UND KUNSTSTEIN AUF ZEMENTBASIS

FORMATO

VERFORMUNGSKLASSE IN ABHÄNGIGKEIT DER WASSERAUFNAHME

STABILI

MEDIAMENTE DEFORMABILI

ALTAMENTE DEFORMABILI

BEZEICHNUNG

KLASSE

BEZEICHNUNG

KLASSE

BEZEICHNUNG

KLASSE

Bis 45X45

Litoflex K80 bianco

C2E

Litostone K99

C2FE

Litoleastic

R2T

Alle Formate

Superflex K77 weiß

C2TE S1

Litostone K99 +30% Latexkol verdünnt 1:1 mit Wasser

C2FE S1

Litoelastic

R2T


KUNSTSTEIN AUF HARZBASIS

FORMATO

VERFORMUNGSKLASSE IN ABHÄNGIGKEIT DER WASERAUFNAHME

STABIL

MITTELMÄSSIG VERFORMBAR

HOCHVERFORMBAR

BEZEICHNUNG

KLASSE

BEZEICHNUNG

KLASSE

BEZEICHNUNG

KLASSE

Alle Formate

Litoleastic

R2T

Litoelastic

R2T

Litoelastic

R2T

In Abhängigkeit des hohen Wärmeausdehnungskoeffizienten dieses Materialtyps muss Litoleastic angewendet werden (Zweikomponenten-Kleber Epoxid-Polyurethan weiß, wasserfrei) als ein Kleber für die Verlegung, der unabhängig für das Format und für die Deformationsklasse der Platten ist.



Verlegung und  Verspachtelung

Jeden Kleber, den Sie verwenden, wird mit einer Zahnspachtel ausreichender Größe aufgetragen, um eine vollständige Abdeckung der Fliesenrückseite zu erhalten. Für große Formate und im Fall von verstärkten Dünnfliesen muss die Klebemasse sowohl auf dem Trägerboden als auch auf der Fliesenrückseite doppelt aufgetragen werden.

  Eventuelle Stoßaufteilungen auf dem Estrich sind bei der Verlegung zu beachten. ferner müssen die Fliesen mit einem abstand von mindestens 5 mm von allen Wänden und und allen Bodenerhebungen verlegt werden.

Alle Arten von Belagmaterialien werden mit Abstandsfugen, die ihrem Format entsprechen, verlegt. In der im Folgenden Tabelle sind die vorgeschriebenen Mindestfugenbreite in Abhängigkeit des Formats und des wärmenden Oberflächentyps wiedergegeben. 

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FORMAT

HEIZTYP

MINDESBREITE DER FUGEN

Größte Seite bis 30 cm

elektrisch

3 mm

mit Wasser

2 mm

Größte Seite von 30 bis 60 cm

elektrisch

5 mm

mit Wasser

3 mm

Größte Seite über 60 cm

elektrisch

7 mm

mit Wasser

5 mm


Für die Verspachtelung der Fugen stellt Litokol seine Palette an Zementversiegelern mit den Namen Litochrom 1-6 und Litochrom 3-15 zur Verfügung, die nach der Richtlinie UNI EN 13888 beide zur Klasse CG2 gehören. Alternativ zu den Versiegelern auf Zementbasis könnte der Epoxydmörtel Litochrom Starlike zur anwendung kommen. Durch ihn erhält man Verspachtelungen von ästhetisch besonders anspruchsvollem Wert bei einer äußerst geringen Verschmutzungsneigung durch eine Schmutzaufnahme der Oberfläche, die gegen Null tendiert.

 Für die Versiegelung der Stoßaufteilungen können essigsaure Silikonversiegeler der Reihe Litokol/Otto Chemie verwendet werden, die in allen Farben der Zementversiegeler Litochrom 1-6 und des Epoxydmörtels Litochrom Starlikee zu Verfügung stehen. Im Fall von Natursteinen müssen Silikoversiegeler mit neutraler Vernetzung, wie unser Litosil Neutro zum Einsatz kommen.

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